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  16.06.2003:

Rau tourt durch Deutschland

„Reden wir über Deutschland...“, unter diesem Motto ist Bundespräsident Johannes Rau eine Woche lang durch Deutschland gereist. Die Tour begann am Dienstag in Bremen und Osnabrück und führt Rau über Bad Hersfeld und Frankfurt am Main nach Weimar und Leipzig. Rau hat vor allem mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen diskutiert, um zu erfahren, was junge Menschen über Deutschland denken, welche Vorstellungen sie haben und was sie von ihrer Zukunft erwarten.

Zugleich wollte das Staatsoberhaupt junge Menschen zu mehr Engagement bewegen. Viele junge Menschen seien bereit, sich zu engagieren, sagte Rau. Sie kämen aber in den Kirchen, den Parteien und Gewerkschaften nicht an. Die Jungen wiederum kritisierten den Zustand der deutschen Politik. Es würden zu sehr die Gegensätze betont. Es gebe zu wenig Einigkeit. Die Nachwuchskräfte vermis-ten auch Visionen.

Bringschuld der Unternehmen
Zum Auftakt seiner Deutschlandreise forderte Rau mehr Engagement der Wirtschaft bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen. Er sprach von einer Bringschuld der Unternehmen und bat alle Betriebe, die ausbilden können, dies auch wirklich zu tun. Er selbst habe von seiner Ausbildung als Verlagsbuchhändler und Journalist ein Leben lang profitiert.

Soziale Verantwortung richtig werten
Am Donnerstag appellierte Rau in einem Interview an die Unternehmen, die soziale Kompetenz in der Wirtschaft zu stärken. Er habe den Eindruck, „dass viele in den Manager- Etagen soziale Verantwortung nicht mehr richtig Werten“. Es sei wichtig, dass Führungskräfte einen Ausgleich schaffen zwischen persönlicher Karriere und dem Interesse am Gemeinwohl, um „keine kalten Strategen“ zu werden. Beruflicher Erfolg solle nicht diskriminiert werden, forderte Rau, jedoch frei machen zu außerberuflichem Engagement.

Weniger selbst ernannte Eliten
Dazu müsse aber auch schon in der Schule und in den Universitäten soziale Kompetenz eines der Lehrziele sein, erklärte der Bundespräsident. Er unterstrich, Deutschland brauche zwar mehr Elite, aber „weniger selbst ernannte Elite“. Eine Operationsschwester beispielsweise könne genau so zur Elite gehören wie ein Bankdirektor. Wichtig sei, betonte Rau, dass Menschen mit beruflichem Erfolg bereit seien, einen Teil ihres eigenen Mehrwertes in die Gemeinschaft zu investieren.

   

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